Die Diskussion, wie die neue Medienwelt das Gehirn beeinflusst, geht weiter: „Wie die neue Medienwelt Gehirn und Seele unserer Kinder verändert“ von Gary Small und Gigi Vorgan gibt es jetzt auch in Deutsch. Der amerikanische Titel lautet provokanter: „Wie man die technologiebedingten Veränderungen im Gehirn überlebt.“
Das Buch ist in keiner Weise kulturpessimistisch, sondern regelrecht ausgewogen. Den Defiziten computererfahrener junger Leute, der digital natives, im Bereich zwischenmenschlicher Kontakte, Zuhören können, Körpersprache wahrnehmen, sich auf eine Sache konzentrieren, stünden Effizienzgewinne bei der Verarbeitung großer Informationsmengen oder schnellere Reaktion auf visuelle Stimuli gegenüber. Wer es richtig mache, z. B. Pausen einlege, seine Zeit am Computer einteile, Multitasking übe, aber auch Prioritäten setze, könne durch die Evolution des Gehirns nur profitieren. Dass einige mit dem Computer verblöden, sei aber auch wahrscheinlich.
Update: Ein US-Neurologe gibt nicht nur Entwarnung, sondern erklärt, warum Google das beste sei, was man dem Gehirn antun könne. Er belegt mit Fotos, dass das Gehirn beim Bücher lesen oder bei Internetnutzung ähnlich reagiere. Die Aktivität des Gehirns steigere sich aber gewaltig, wenn eine Suchmaschine genutzt werde.
Seine Zukunftsvision ist, dass das Gehirn direkt mit dem Computer vernetzt werde. Man müsse dann nicht mehr explizit jemanden zu einer Tasse Kaffee einladen, sondern brauche nur noch daran zu denken. William Gibson lässt grüßen.
Müssen wir bald Lizenzgebühr an Google zahlen, wenn wir unser Gehirn benutzen?




1 Kommentar
2009/04/17 um 9:28
In der New York Times diskutieren Wissenschaftler und Leser/innen: Mag das menschliche Gehirn ebooks?