Über die Notwendigkeit einer besseren Unterstützung von Schulbibliotheken im Main-Taunus-Kreis (MTK) hat sich der stellv. LAG-Vorsitzende Rolf Richter in der Frankfurter Rundschau vom 29.10.08 geäußert. (Zur Sicherheit zwei Links: Original, Druckversion)
Rolf Richter konnte an seiner Schule gerade einen Bibliotheksneubau eröffnen.
Dass der Landkreis Gelder (darunter IZBB-Mittel) in Schulbibliotheken fließen lässt, ist zunächst einmal positiv. Der jetzige Justizminister und frühere Landrat des benachbarten Hochtaunuskreises, Jürgen Banzer, hat schon vor IZBB-Zeiten Bibliotheksräume in Schulneubauten mitbauen lassen. Ein Wettbewerb unter den Landräten um gute Schulen ist zu begrüßen, besonders, wenn die Schulbibliotheken davon profitieren.
Der MTK ist schon ein weißer Rabe unter den Landkreisen, was Förderung von Schulbibliotheken angeht. (Das Bild von den Blinden und den Einäugigen lassen wir mal beiseite.) Immerhin hat er es auch mit 48 von Eltern und Lehrkräften und einer von einem Bibliothekar betreuten Schulbibliothek zu tun.
Ein jährlicher Sockelbetrag für den Buchkauf ist den Schulen sicher. (Es gab Jahre, da wurde dieser Betrag von den Schulen nicht ausgeschöpft!!!!). Dafür stehen 88000 € zur Verfügung. Es gibt immerhin eine rudimentäre schulbibliothekarische Arbeitsstelle (SBA), für die Richter endlich ein Konzept anmahnt und deren WebOPAC er bekannt gemacht hat. Bisher kommt deren Arbeit fast ausschließlich einem Gymnasium zugute und nicht allen 50 Schulen des Kreises.
(Da es sonst keiner sagt: Haushaltsmittel und Erhalt – statt Auflösung – einer ehemaligen Kreisbibliothek als SBA gehen auf die LAG Schulbibliotheken zurück. Für die ebenfalls vorgeschlagene Integration dieser SBA in das Kreismedienzentrum ließ die Kreisverwaltung sogar eine Expertengruppe einen Entwurf ausarbeiten, der bisher aber nicht realisiert wurde.)
Rolf Richter macht mit Recht darauf aufmerksam, dass Betriebs- und Personalkosten von Schulbibliotheken ungeklärt sind. Die LAG bereitet gerade ein Schreiben dazu (siehe die Pressemitteilung!) an alle Landkreise in Hessen vor.
Nach wie vor ungeklärt ist die Frage des „Bibliotheksfachpersonals“ an Schulen. Ausgebildetes Personal, etwa Diplombibliothekarinnen und -bibliothekare mit dem Schwerpunkt Schulbibliothek oder teacher-librarians gibt es in Deutschland nicht bzw. nicht mehr. In Frankreich gibt es die documentalistes, in USA die library media specialists, in Südtirol und Dänemark eine Weiterbildung für Lehrkräfte.
Hessen hat immerhin über 300 Oberstudienratsstellen für die Betreuung der Bibliothek, der Mediothek, des Informationszentrums in der Schule vergeben. Die ersten „Rektoren mit besonderen Aufgaben“, das Äquivalent für das nichtgymnasiale Schulwesen, wurden in diesem Bereich auch schon gesehen. Ein Weiterbildungsgang, den die LAG Schulbibliotheken ausgearbeitet hatte, wurde aber vom Ministerium nicht zur Verpflichtung gemacht.
Es ist wie immer: Der Fortschritt ist eine Schnecke.




1 Kommentar
2009/07/27 um 12:59
[...] Ein Servicezentrum für Medien, Schule und Volkhochschule im Main-Taunus-Kreis Zu den Kommentaren Auf die Notwendigkeit einer besseren Unterstützung der Schulbibliotheken durch den Schulträger hatte vor einem Dreivierteljahr Rolf Richter, LAG-Vorstandsmitglied und stv. Schulleiter im MTK, hingewiesen. [...]