Ich habe heute von einer Veranstaltung zu Bibliothek und Schule irgendwo in Deutschland gehört, auf der – wieder einmal – großes Interesse an Information und Erfahrungsaustausch zu Schulbibliotheken geäußert und die mangelnde Kommunikation zwischen Schulbibliotheken beklagt worden sein soll.
Das nehme ich zum Anlass Frust zu äußern. (Man darf in einem Blog ja auch mal Gefühle zeigen.) Die hessische LAG Schulbibliotheken hat 300 Mitglieder. Ca. 800 – 1000 Schulbibliotheken gibt es in Hessen. (Keine „Porsches“, die berühmten 10-15%, sondern überwiegend „Barfußbibliotheken“.) Aber in der hessischen mailing list für Schulbibliotheken sind nur knapp 100 Teilnehmer eingetragen, davon 20% „Nichthessen“ (über die wir uns natürlich auch sehr freuen).
Das ist der hessische Beitrag zur mangelnden Kommunikation.
Dabei wird Hessen schon als weißer Rabe in Deutschland bezeichnet. Wie muss es da erst anderswo aussehen?
Die mailing list entstand 1997. Sie wurde hids getauft, Hessischer InformationsDienst Schulbibliotheken. Gedacht war sie als Baustein in einem umfassenderen Informationsdienst, der auf dem hessischen Bildungsserver geführt wurde. Aber daraus wurde auf Dauer nichts.
Reste kursieren noch in den Weiten des Internets. (Update 3.10.08: Hier HIDS-LAG eingeben und View the old version drücken!)
Der Informationsdienst wurde schließlich in die Homepage der LAG integriert.
Aber die mailing list hids blieb und wuchs gaaanz langsam. Immerhin 1 – 2 postings gibt es pro Woche und wer ins Archiv schaut (Nur für Teilnehmer), merkt, dass da doch einiges an Tipps und Tricks im Laufe der Zeit zusammenkommt.
Kein Vergleich mit LM-Net, der amerikanischen Schulbibliotheks-mailing-list, deren Flut an Anfragen und hilfreichen Antworten oder Diskussionsbeiträgen schon Mitte der 90er kaum zu bewältigen war. Sie hat von damals 9000 auf heute 16000 Teilnehmer weltweit zugelegt.
Tröstlich, dass bei den zweijährlichen hessischen Schulbibliothekstagen reale Kontakte entstehen, manchmal zwischen Schulbibliotheksmenschen in derselben Region, die jahrelang nebeneinanderher lebten.
Liegt die fehlende Akzeptanz des hids immer noch an der nichtvorhandenen Internetverbindung in der Mediothek oder der fehlenden E-Mail-Beherrschung?
Andererseits erhält die LAG über ihre Mailadresse wöchentlich Anfragen per E-Mail aus ganz Deutschland. Ins Gewicht fällt sicher der geringe (wohl noch ein übertreibendes Attribut) Professionalisierungsgrad. Eltern, die nur die Ausleihe machen, Lehrer, denen die Bibliothek aufs Auge gedrückt wurde, zwar Internet in der Bibliothek, aber E-Mail nur im Sekretariat oder der Schulleiterin …
Auch dieser Weblog ist nicht das Kommunikationstool par excellence. Die „wisdom of the crowds“ der Web2.0-Begeisterten entsteht wohl dadurch, dass jeder einen blog aufmacht und alle einander lesen und zitieren oder abschreiben.
Wer ein weblog eröffnen will, sollte hier nachschauen. Wer am hids teilnehmen möchte: Hier!
Update 13.10.08:
Der Blues hat gewirkt. hids hat neue Abonnenten. Herzlich willkommen!



