Etwas ratlos, aber nicht abgeneigt, stehen Zeit und FAZ dem Kindle, dem e-book von amazon, gegenüber.
Iris Radisch erwähnt in der “Zeit” beiläufig, dass die Schulbuchverlage umdenken müssen: “… wunderbare 120 Kilo Kinderarbeit weniger im Monat!”
Eine anregende Idee: So viel mehr als die hessische LMF-Bürokratie (50 Mio für Schulbücher plus Lehrer/innenstunden plus Räume plus Unterrichtsausfall vor und nach den Ferien plus Verluste durch Beschädigung oder Verschwinden des Buches) kann es doch nicht kosten, wenn man die Eltern beteiligt.
Fantasieren wir:
Zu Beginn des Schuljahres wird den Schüler/innen der Literaturkanon per “bookcast” auf den Kindle geschickt.
Kann die Lehrerin sehen, ob alle Seiten aufgeblättert wurden?
Jedenfalls muss man in langweiligen Unterrichtsstunden nicht mehr mit gesenktem Kopf unter der Bank lesen, sondern kann zwischen Schulbuch und Harry Potter in Millisekunden wechseln.
Kann der Lehrer die Chronik des kindle kontrollieren?
Wie kommen “Spore” und andere Spiele auf den Kindle?
Zuallererst fällt mir jetzt mein Handy ein: Immer, wenn ich es dringend brauche, ist der Akku leer. Wenn das beim Kindle mitten im Unterricht passiert, muss man halt doch wieder Papierlektüre unter der Bank lesen.
Halt, moderne Schultische haben kein Ablagefach mehr. Meine muslimischen Schülerinnen hatten es da einfach. Sie hatten unter dem Kopftuch die MP3-Kopfhörer auf.
Update 27.10.08:
So schnell kann´s gehen: Ein US-Schulbezirk ersetzt die Schulbücher durch Kindle! Dabei hat Kindle noch Probleme mit einer einwandfreien Wiedergabe von Sachbüchern mit Fotos, Zeichnungen und Fußnoten.
Perspektiven für die Schulbibliothek?
Update 15.11.08
Eine Mutter berichtet in einem US-Weblog ganz begeistert, dass Ihre Tochter, vor die Wahl gestellt, das lang gewünschte Handy oder einen Kindle zum Geburtstag zu bekommen, sich für das e-book entschieden habe.
Update 26.2.09
Die New York Times über die geringfügig verbesserte Neuausgabe des Kindle.
Update 07.05.09
Die Zeitungen berichten heute, dass amazon einen Kindle mit zweieinhalb mal größerem Bildschirm vorgestellt habe, der auf die Wiedergabe von Zeitungen und Lehrbüchern abziele.



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