Freitag, 18 April , 2008...6:17 Uhr nachmittags

Bibliotheken als Lernzentren

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Ich habe mal wieder im Online-Journal LIBREAS geblättert und finde einen Aufsatz, von dem ich zwar als Nichtwissenschaftler nicht alles verstehe, aber immerhin so viel, dass öffentliche Bibliotheken als (außerschulische) Lernorte für selbstgesteuertes Lernen Sinn machen.

Das wird nicht einfach werden, weil die wenigsten Bibliothekarinnen und Bibliothekare sich bisher als Pädagogen verstehen, und weil auch bei diesem aus Dänemark referierten Konzept andere Techniken des Lehrerverhaltens verlangt werden als in einer standardisierten Vermittlungssituation in einer Gymnasialklasse. Immerhin habe ich, anders als in Gutachten von Bertelsmann und Aufsätzen von deutschen Schulbibliotheksexpertengruppenangehörigen einen Sinn hinter den smarten Slogans der Bertelsmänner und dbv-Funktionäre von den Bibliotheken als Bildungspartnern erkannt. Aber einen ganz anderen, als den, Landräten neue Schulbibliotheken auszureden, weil es ja schon die öffentlichen gäbe. Bibliotheken haben eine Funktion als eigenständige Bildungseinrichtung.

Dumm nur, dass, wie in dem Beitrag auch zu lesen, die öffentlichen Bibliotheken einen langen Weg gegangen sind, um sich von ihrem volkserzieherischen Auftrag zu emanzipieren.

Angesichts der sozialen Entwicklung in Deutschland, der Armutsentwicklung, der wieder steigenden Analphabetenrate, der Parallelgesellschaft der leistungstragenden Eliten mit ihren eigenen Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zur MBA-Ausbildung, also einer steigenden Zahl von Ausgegrenzten und ökonomisch Überflüssigen, wird “Volkbildung” zum Problem, das über Schule allein nicht gelöst werden kann.

Die berichteten Auseinandersetzungen um die richtige Lerntheorie für diese bibliothekarischen Lernzentren, die Suche nach den erfolgversprechenden pädagogischen Kompetenzen für Bibliothekarinnen und Bibliothekare sind auch für Lehrkräfte nützlich: Lernen und gegenseitige Anerkennung – eine Aufgabe für öffentliche Bibliotheken? heißt der Aufsatz von Hans Elbelshausen.

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