2008/03/01...4:51

Wiedergelesene Fachliteratur

Zu den Kommentaren

Das Buch stammt aus dem Jahr 1994. Und ich hatte es 1997 gelesen.

Für den mit Fachliteratur nicht gerade überschwemmten deutschen Leser und die deutsche Leserin ist allein schon erstaunlich, dass das eine von vier(!) Studien über englische Schulbibliotheken in den 90er Jahren ist.

Auch wohltuend beim Wiederlesen: Es geht einmal nicht um information literacy oder Medienpädagogik.


Invisible Learning?
The Contributon of School Libraries to Teaching and Learning
von David Steatfield und Sharon Markless
London: Information Management Assoc. 1994 210 S.
British Library and Information Research Report 98
0 7123 3283 9

Der Bericht macht zwar nicht transparent, was in Schülerköpfen passiert, wenn in und mit der Schulbibliothek gelernt wird, wie es der Titel auch nahe legen könnte. Aber er macht deutlich, dass es einen engen Zusammenhang zwischen der Art, in der Lehrer/innen unterrichten und der Nutzung der Bibliothek gibt. Die Ergebnisse der Untersuchung, die aus Beobachtungen und Interviews besteht, werden in vier Bibliothekstypen beschrieben, die dem jeweils vorherrschenden Unterrichtsverständnis der Lehrkräfte entsprechen:

1. Da kriegen die Schüler ein gutes Buch, das sie in den Ferien oder nach den Hausaufgaben lesen können.
2. Da kann man mal eine Schülerin hinschicken, wenn sie eine Frage hat.
3. Da geh´ ich mit meiner Klasse rein, wenn ich zusätzliche Quellen brauche.
4. Für meinen Unterricht ist die Bibliothek unverzichtbar.

Der Bericht enthält Empfehlungen für eine bessere Integration der Bibliothek ins Unterrichtsgeschehen. Er macht eindrücklich klar, dass auch die beste und schönste Schulbibliothek außen vor bleibt, wenn die Lehrerinnen und Lehrer nichts mit ihr anzufangen wissen.

Solange sich Unterricht nicht ändert, sind Schulbibliotheken nicht wirklich erforderlich.

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