2007/12/31...5:40

„Unverzichtbarer Beitrag zur Leseförderung“ durch öffentliche Bibliotheken

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Der Deutsche Bibliotheksverband weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass öffentliche Bibliotheken unverzichtbar für gute PISA-Ergebnisse wären. Schulbibliotheken kommen in dieser Mitteilung nicht vor.

Es ist umstritten, ob ein ausgebautes Schulbibliothekswesen zum guten Abschneiden bei internationalen Leistungsvergleichen beiträgt. PISA-Erfolge gar für die öffentlichen Bibliotheken zu reklamieren, ist noch gewagter.

Mehrere nordamerikanische Untersuchungen sehen einen Zusammenhang zwischen qualitativ hochstehendem Schulbibliothekswesen und dem guten Abschneiden in den nationalen Lesetests.

Wenn man aber nun nachschaut, wie gut jeweils das Schulbibliothekswesen der PISA- und IGLU-“Sieger“-Länder ist, lässt sich keineswegs immer ein enger Zusammenhang konstatieren. (Darauf weist z. B. Karsten Schuldt hin.)

Wer Zusammenhänge zwischen Bibliotheken und Leistungstests als Argument für den Ausbau des Bibliothekswesens nutzt, sollte wissen, dass die bloße Existenz einer Schulbibliothek noch gar nichts bringt. Warten, dass Lehrkräfte und Schüler/innen in die Bibliothek kommen, dieser oft gehörte Blues, bringt für Lesen lernen und fördern nichts. Wenn überhaupt, dann ist es die „aktive“ Schulbibliothek, die die Schulleistungen direkt und indirekt verbessert:

  • Enge Zusammenarbeit zwischen dem Bibliotheksteam und den Fachlehrkräften bei der Planung und Durchführung von Unterricht und Projekten,
  • extracurriculare Angebote der Bibliothek an die Schülerinnen und Schüler,
  • aktueller Bestand,
  • Training von nützlichen Kompetenzen, (Informationsrecherche, Präsentieren u. a. Arbeitstechniken),
  • Unterstützung durch die Schulleitung,
  • Fortbildungsangebote an die Lehrkräfte,
  • angemessene Öffnungszeiten.

Die meisten deutschen Schulbibliotheken sind davon leider weit entfernt. Ob´s die Exkursion in die Stadtbibliothek richten wird?

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